Die SPD-Abgeordnete Elke Ferner hat sich angesichts der jüngsten Vorschläge von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) heute morgen in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur skeptisch gezeigt.
Es sei schwer einzuschätzen, ob die geplanten Einsparungen bei den Medikamentenpreisen bei zwei Milliarden Euro liegen könnten, sagte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion am Mittwoch im Deutschlandradio Kultur. Dies sei aber ohnehin nur ein Bruchteil des Problems, denn den Krankenkassen fehlten im kommenden Jahr elf Milliarden Euro, um ihre Ausgaben zu decken.
Die SPD-Gesundheitspolitikerin sagte weiter, es habe immer wieder ein Arzneimittelpaket gegeben, um die Kosten zu dämpfen. Aber die Pharmaindustrie habe immer wieder Auswege gefunden, um die Kosten erneut in die Höhe zu treiben.
"Das Problem bei uns ist, dass, wenn die normalen klinischen Studien durchlaufen sind, das Arzneimittel eine Zulassung bekommt und dann die Pharmaindustrie ihren Preis festsetzen kann", so Ferner. "Eine Kosten-Nutzen-Bewertung, wie wir sie wollten, hat die Union in der letzten Wahlperiode verhindert." Da müsse mehr getan werden, betonte die SPD-Abgeordnete. "Am besten wäre es eigentlich, bevor ein Arzneimittel zu Lasten der Kasse verordnet wird, dass der Nutzen dann auch schon dargelegt ist." Die Pharmaindustrie sollte deshalb alle Studien über ein Arzneimittel veröffentlichen, und nicht nur die positiven.
An Rösler richtete die SPD-Gesundheitspolitikerin die Forderung: "Wir wollen, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, damit eben im kommenden Jahr nicht noch mehr Versicherte Zusatzbeiträge bezahlen müssen."
Da komplette Interview mit Elke Ferner gibt es als MP3 [hier]