Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Elke Ferner, warnt davor, die Rentengarantie abzuschaffen.
Hier geht's zum Live-Interview vom 28. Juli 2010 auf Deutschlandradio Kultur
Eine Abschaffung, wie von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) gefordert, würde die Binnennachfrage schwächen, sagte sie. Die Wirtschaftskrise habe dazu geführt, dass die Löhne bei den aktiv Beschäftigten gesunken seien, und damit hätte es nach der alten Rentenformel eine "echte Rentenkürzung" gegeben. Das Einkommen von Rentnern sei jedoch nicht so hoch, dass sie dies einfach kompensieren könnten. Dadurch würde Kaufkraft verloren gehen.
Natürlich müssten die Renten erwirtschaftet werden, räumte die SPD-Politikerin ein. Allerdings seien Renten keine Almosen. Man dürfe nicht vergessen, dass ältere Menschen für ihre Rente jahrzehntelang gearbeitet hätten - und das teils unter Bedingungen, die heute unvorstellbar seien.
"Insofern halte ich es für gerechtfertigt, dass die Renten nicht gekürzt werden, nur weil aus der Krise heraus die Löhne nicht entsprechend gestiegen sind", betonte Ferner: "Wenn Herr Brüderle seinen Widerstand gegen Mindestlöhne aufgeben würde, dann bräuchten wir uns, glaube ich, über die Frage der Rentengarantie überhaupt keine Gedanken zu machen."
Text: Deutschlandradio Kultur