Elke Ferner - PPP-Stipendiat 2007-2008

PPP-Stipendiat 2007-2008

Jonas Jungen

 

Nach einem Jahr Pause konnte Elke Ferner für das Schuljahr 2007/2008 wieder ein Stipendium für das Parlamentarische Patenschaftsprogramm zwischen dem Deutschen Bundestag und dem Amerikanischen Kongress vergeben. Am 8. August ist es soweit, dann wird Jonas Jungen für ein Jahr in den USA leben. Bei seiner Verabschiedung von Elke Ferner hatte er seiner Patin schon einiges zu berichten:

 

"Meine Gasteltern heißen Lily und Dennis Wright. Sie haben einen erwachsenen Sohn, der schon ausgezogen ist, daher nehmen sie schon seit 4 Jahren Austauschschüler aus der ganzen Welt auf. Lily selbst kommt aus Taiwan.
Letztes Jahr haben sie sogenanntes double-hosting gemacht, d.h. zwei Gastschüler gleichzeitig aufgenommen. Sie haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht und dieses Jahr  werde auch ich einen gleichaltrigen Bruder, Duilio aus Italien, haben. Also eine sehr multikulturelle Familie, worauf ich mich riesig freue.
Meine Gastfamilie wohnt in Elgin, ein kleiner Ort in Texas, circa 25 Meilen von Austin entfernt.  Elgin ist in den Vereinigten Staaten bekannt für seine geräucherte Wurst und wird auch  "The Sausage Capital of Texas" genannt, zum Glück bin ich kein Vegetarier :-) ", so Jonas. Er wird während seines USA-Aufenthaltes die Elgin High School besuchen. Sie hat etwa 1000 Schüler und 85 Lehrern und bietet sehr zur Freude von Jonas eine große Auswahl an sportlichen Aktivitäten an.

 

Neben der Verbesserung seiner Englischkenntnisse erwartet Jonas von seinem Austauschjahr, dass er viele nette Leute kennen lernt  und Kontakte knüpfen kann. Außerdem ist er auf die andere Kultur, Sitten und Bräuche gespannt. "Sicher werde ich auch sehr viele neue Sichtweisen kennenlernen, viele interessante Gespräche und Diskussionen führen und somit meinen Horizont erweitern. Der Austausch wird darüber hinaus spannend, da in Texas ein ganz anderes Klima herrscht und ich so eine völlig andere Vegetation und Tierwelt kennenlerne.", erklärt Jonas.

 

Elke Ferner ist sich sicher, dass all seine Erwartungen erfüllt werden: "Bisher hat es all meinen PPP-Stipendiaten gefallen und niemand hat seine Entscheidung bereut. Ich freue mich, dass  auch Jonas diese Chance hat und den Menschen die er kennenlernen wird, die deutsche und natürlich die saarländische Kultur näher bringen kann", so Elke Ferner.

Neuigkeiten von Jonas Jungen

Jonas Jungen ist seit dem 08.08.2007 für ein Jahr in die USA. Dort wird er  bei einer amerikanischen Gastfamilie leben und zur Schule gehen. Hier können Sie seine Erlebnisse und Eindrücke nachlesen.

 

E-Mail vom 19.06.2008

E-Mail vom 24.04.2008

E-Mail vom 06.03.2008

E-Mail vom 07.02.2008

E-Mail vom 07.01.2008

E-Mail vom 24.11.2007

E-Mail vom 24.09.2007

E-Mail vom 03.09.2007

E-Mail vom 22.10.2007

E-Mail vom 19.06.2008

Hi,

es tut mir leid, dass ich so lange nicht geschrieben habe. Die Tage neigen sich dem Ende zu und ich versuche so viel wie moeglich aus meiner verbleibenden Zeit zu machen.

Letzte Woche sind wir, das heisst mein Betreuer Brett, Faisal aus Saudi Arabien, Sebastian und ich nach Houston gefahren. Wir hatten eine fantastische Zeit! Wir sind zur NASA gegangen, es war wirklich interessant und beeindruckend. Fast den ganzen Tag haben wir uns Praesentationen angehoert und uns verschiedene Raumschiffe angeguckt.
Am besten war die Rakete, die eigentlich zum Mond fliegen sollte, doch die Regierung strich die Foerdergelder. Dieses Monstrum ist einfach gigantisch! Man muss es einfach gesehen haben um die Ausmasse wirklich wahrnehmen zu können.

 

Jetzt gerade bin ich in Frank's Haus in Florida. Er ist der Schwager meiner Gastmutter und einer der gastfreundlichsten Menschen, die ich je getroffen habe (wie ihr seht laesst er mich sogar seinen Computer benutzten). Er hatte einen Schlaganfall und hat einen Herzschrittmacher bekommen. Meine Gastmutter, Lily, wollte hierher kommen um sich um ihn zu kuemmern, aber er laesst es alles so aussehen, als ob es kein Problem waere und er wird morgen schon wieder arbeiten gehen. Wir hatten eine sehr sehr lange Fahrt, ungefaehr 13 Stunden. Wir mussten Louisiana, Mississippi and Alabama durchqueren.
Nicolas, ein Austauschschueler aus Kolumbien, hat uns begleiten. Er hat einen Cousin in Orlando, wo wir morgen Nachmittag hingehen werden und einige Tage dort verbringen. Aber zuerst werden wir uns natuerlich nicht die Chance entgehen lassen an den Strand zu gehen :-)

 

Wie ihr seht habe wir sehr viel Spass und es gibt einfach viel zu viele Dinge zu tun. Oh, ja fast vergessen... Am ersten Juli treffe ich mich mit allen PPPlern in Washington, ich freue mich schon riesig drauf!

 

Lg

Jonas

 

E-Mail vom 24.04.2008

Hi,

Wie geht’s euch denn so?
Die Zeit vergeht hier viel zu schnell! Jetzt sind fast nur noch zwei Monate uebrig. Ein Brief von AFS mit Inforamtionen ueber die Rueckreise habe ich heute erhalten. So langsam muss ich mir schon Gedanken ueber Gepaeck, kleine Mitbringsel und all diese Dinge machen. Ich kann es einfach nicht fassen wie schnell dieses Jahr vergeht.


Natuerlich freue ich mich drauf meine Familie zu umarmen und meine Freunde wieder zu sehen. Und ich kann es kaum erwarten zu sehen wie sich jeder und alles veraendert hat. Mein kleiner Bruder, Daniel, hat zum Beispiel eine ganz tiefe Stimme bekommen. Als ich das letzte mal mit ihm telefoniert habe war ich ganz ueberrascht. Zusaetzlich ist meine Familie das Haus ein bisschen am renovieren, meine Mutter brauchte unbedingt eine neue Kueche. Das wird eine grosse Ueberraschung, wenn ich zurueck komme, denn ich habe keinen blassen Schimmer von ihren Plaenen.


Aber im Moment will ich daran gar nicht denken und einfach so viel Spass wie moeglich mit meinen Freunden und meiner Familie hier verbringen, denn die Zeit ist jetzt kostbar. Ich versuche einfach das meiste aus meinen letzten Wochen zu machen und so viel wie moeglich zu unternehmen (die Liste ist lang).


Am Ende des Aufenthalts werde ich mit allen Austauschschuelern, die ein Stipendium bekommen haben, nach Washington D.C. gehen. Ich bin schon richtig aufgeregt all die netten Leute zu sehen, die ich vor einem Jahr bei dem Vorbereitungstreffen kennengelernt habe. Es wird sicher sehr interessant und lustig.


Ostern wird hier in Texas nicht groß gefeiert. Ich bin von Deutschland gewohnt, dass das Haus ein wenig dekoriert wird und man Ostereier färbt und isst. Hier faellt das ganze etwas kleiner aus. Meine Freunde bekamen von ihren Eltern ein kleines Geschenk wie zum Beispiel ein Kugelschreiber oder ein Armband und das war's dann auch schon. Der kulturelle Unterschied ist eben doch groesser als ich gedacht habe.


Die Spring Break Ferien haben Sebastian und ich in Miami verbracht. Sebastian hat ein Schwester die dort wohnt, also war es für uns perfekt. Wir hatten eine Unterkunft und mussten uns nur um den Flug sorgen. Sebastians Schwester heisst Maria, sie hat einen sehr netten Ehemann, Alechandro, und eine 4 Jahre alte Tochter, Brianne.  Es ist eine sehr gastfreundliche Familie. Die ersten zwei Tage war es etwas kalt, so haben wir den Bus genommen und uns die Stadt angeschaut. Aber dann war das Wetter einfach herrlich und wir sind jeden Tag zum Strand gegangen und hatten sehr viel Spass.


Letztes Wochenende hatten wir unser monatliches AFS-Treffen. Es war so cool! Wir sind campen gegangen. Waehrend es hell war haben wir Fussball und Volleyball gespielt. Abends sassen wir gemuedlich am Lagerfeuer. Waehrend wir Marshmallows geroestet und gegessen haben, hatten wir sehr viele interessante Unterhaltungen.


Dieses Wochenende haben Sebastian und ich in Faisal’s Haus verbracht. Er ist ein Austauschschueler von Saudi Arabien und ein sehr guter Freund. Er kommt uebrigens auch mit nach Washington D.C.! Samstag haben wir uns mit Brett, unserem gemeinsamen Betreuer getroffen. Mal wieder hatten wir ein Projekt. Wir haben geholfen einen neuen Park einzurichten, d.h. wir haben Blumen und Buesche gepflanzt und einen Zaun aufgestellt. Als wir fertig waren kam der spassig Teil. Zuerst haben wir gegrillt. Dann sind wir im anliegenden Fluss schwimmen gegangen. Wir hatten ein Kanu und aufblasbare Reifen und liessen uns einfach von der Stroemung treiben.


Es stehen noch zwei andere Projekte an. Erstens werden wir die NASA besichtigen und zum anderen helfen eine Buecherei aufzubauen. Wir haben schon Mass von den Raeumlichkeiten genommen. Unsere Aufgabe wird es sein Regale zu bauen.
Naechste Woche steht Prom an. Das wird auf jeden Fall ein schoenes Erlebnis. Ach, es gibt einfach viel zu viel zu tun!

 

Viele und ganz liebe Gruesse,

Jonas

E-Mail vom 06.03.2008

Hi,

Kann's kaum glauben, dass schon so viel Zeit vergangen ist!
Hier wird es schon wieder richtig warm, wobei es von Tag zu Tag schwankt. Manchmal kann ich schon barfuss, in kurzer Hose und T-Shirt, raus gehen. Aber an anderen Tagen ist es vor allem am Morgen kalt. Wobei von einem richtigen "deutschen Kalt" hier nicht zu sprechen ist, eben nur mildes texanisches Kalt.


Letzte Woche Donnerstag hatte ich ein Tennisturnier. Da alle Sportaktivitäten von der Schule aus gehen, bekamen wir einen Tag frei um Tennis zu spielen. Ich habe alle meine drei Matches gewonnen und bin richtig stolz auf mich :-)


Aber das Unglaubliche ist, dass ich einen Sonnenbrand bekommen habe, im Februar!!
Letztes Wochenende sind wir, Sebastian und ich, mit Freunden, Elvia, Mari und Jasmina, in San Antonio zu einem Konzert gegangen. Seether, Breaking Benjamin und 3 days grace sind aufgetreten. Diese Rockbands sind ziemlich bekannt hier in Texas. Es war phänomenal, wir standen wirklich nah vor der Buehne. Der einzige Nachteil war, dass wir wirklich zusammen gequetscht waren, wir konnten noch nicht mal unsere Arme runternehmen, aber der Spass war es definitiv wert.


Am Ende dieser Woche gibt es Ferien, Springbreak. Auch hier ist der letzte Schultag kuerzer, aber anstelle nur die ersten drei Stunden zur Schule zu gehen werden hier die Schulstunden, die normalerweise 55 Minuten lang sind auf 30 Minuten, verkuerzt. Ich werde aber nicht zur Schule gehen, da ich wieder ein Tennisturnier habe.


Am Samstag um 10:54 geht unser Flugzeug nach Miami. Sebastian hat Verwandtschaft dort, also haben wir uns gedacht, nutzen wir diese Chance, wenn wir schon hier in den Staaten sind und eine Gelegenheit haben kostenlos in Miami unterzukommen. Ich freu mich schon seit Wochen drauf und kann es kaum erwarten. Ich bin so aufgeregt!
Werde euch auf jeden Fall eine Mail schreiben, wenn ich zurueck bin und berichten wie es war.

Ich hoffe ihr habt auch ein paar erholsame Tage und frohe Ostern (mal sehen wie die Amerikaner Ostern feiern),

Jonas

 

E-Mail vom 07.02.2008

Hallo,

Es ist schon wieder ein ganzer Monat vorbei! Ich kann's einfach nicht fassen wie schnell die Zeit vergeht. Dass ich meinen Stundenplan fuer das zweite Semester ein bisschen geaendert habe, bereue ich ganz und gar nicht. Der Schultag scheint viel schneller vorbei zu gehen und ist um einiges lehrreicher und spassiger. Ich habe Basketball und Geographie abgewählt und besuche dafür den Unterricht in government und criminal justice. Insbesondere Politik ist spannend, da die Wahlen ein grosses Thema sind. Gestern war "Super Tuesday", es ist wirklich spannend zu beobachten.

 

In letzter Zeit hatte ich viele wirklich interessante Diskussionen. Hauptsaechlich mit meinem Gastvater diskutierte ich ueber verschiede Dinge wie zum Beispiel die Todesstrafe, die hier in Texas durchgefuehrt wird. Es ist wirklich bereichernd einen voellig anderen Standpunkt zu hoeren und beide Meinungen auszudiskutieren. Auch wenn wir selten zu einer gemeinsamen Loesung kommen, profitieren beide Seiten davon.

 

In unserer Schule sind neue Austauschueler angegekommen, die ein halbes Jahr hier verbringen. Darunter ist auch ein Deutscher, Jacob von Frankfurt. Ich habe ihm anfangs geholfen sich einzufinden. Wir haben zwei Klassen zusammen und sind gute Freunde geworden.

 

Ansonsten nimmt hier alles seinen Lauf. Es wird allmaehlich ein bisschen waermer, wobei es von Tag zu Tag schwankt mal kalt mal warm.

 

Hoffe euch geht's so gut wie mir,

Jonas

 

E-Mail vom 07.01.2008

Hi,

Weihnachten und Silvester sind jetzt schon vorbei und die Haelfte meines Aufenthaltes ist fast schon rum. Hier ist es immernoch warm, ungefaehr 75 Grad Fahrenheit (das sind circa 24 Grad Celcius). Perfektes T-Shirt-Wetter! Jedesmal wenn ich das Datum sehe, denke ich „Oh sollte es nicht kalt sein?!“.


Zu Weihnachten ist Wei, Lily’s Sohn, mit seiner Freundin, Helen, zu Besuch gekommen. Er wohnt in Hawaii und er selbst war ein Austauschschueler in Japan. Und man glaubt es kaum, er moechte Hawaii sobald wie moeglich verlassen, nachdem er sein Studium in Westpoint abgeschlossen hat. Dabei sagt doch jeder es sei wie ein Paradies! Kilometer langer Sandstrand und Blumen in Massen im Strassengraben werden laut Wei eben doch langweilig.


Wie versprochen gab es an Weihnachten ein grosses Fest mit vielen Verwandten und Freunden. Und wie immer zu einem feierlichen Anlass kochte Dennis. Es gab Truthahn mit einer sehr guten Bratensosse, Schinken, Kartoffelbrei, suesse Kartoffeln eingelegt in Orangensaft, Schmortopf, Kuerbiskuchen, Apfelkuchen... Es war wirklich delikat! Zusaetzlich war es schoen mit anderen Leuten zusammen zu essen, dies ist naemlich in amerikanischen Familien nicht ueblich. Jeder isst wenn er Hunger hat.


Zu Weihnachten konnte ich meiner Familie wirklich viel von der deutschen Kultur lehren. Meine Mutter hat mir ein Paeckchen mit selbstgebackten Plaetzchen und einem Adventskalender geschickt. Die Plaetzchen waren schon eine Woche vor Weihnachten alle verputzt und der Adventskalender haengt immernoch an der Wand. Zusetzlich habe ich ihnen Bilder von Adventskraenzen im Internet gezeigt und sie waren wirklich fasziniert von diesen Braeuchen. Auch die Kuckucksuhr, die ich meinen Gasteltern als Gastgeschenk gebracht habe, haengt jetzt an der Wand.


Das Paeckchen meiner Oma ist erst gestern angekommmen. Sie hat mir unter anderem Pumpernickel geschickt, da die Amerikaner doch nur dieses weisse und sehr weiche Brot haben, das vergleichbar mit unserem Toastbrot ist. Ihr haettet Dennis Gesicht sehen sollen als er es probiert hat. Er nahm einen Biss und sagte: „That’s nasty!“ Aber er liebt deutsche Schokolade insbesondere Alpenmilch.


Sebastian und ich haben ein neues Hobby! Wir haben uns vor ein paar Wochen Paintballguns gekauft und jetzt spielen wir im Garten, der sich perfekt dafuer eignet, da der hintere Teil sehr verwildert ist. Ansonsten unternehmen wir viel gemeinsam und er ist wie ein Bruder fuer mich geworden. Letzte Woche sind wir, Faisal aus Saudi Arabien, Sebastian, Duilio, Brett, ein AFS-Mitglied und ich, nach San Antonio gefahren. Dort haben wir die Stadt mit einem Segway erkundet (siehe Foto). Es hat so viel Spass gemacht! Am Ende haben wir Alamo besichtigt, wo im 19. Jahrhundert ein Kampf fuer Unabhaengigkeit zwischen Mexiko und Texas stattgefunden hat. Silvester habe ich bei meinem Freund, Jake, verbracht.


Zu den Bildern:

1. Meine Gasteltern Lily und Dennis
2. Home Sweet Home
3+4. 6 street in Austin
5. metro in Austin

6.Alamo in San Antonio
7. Faisal, Sebastian, ich und Duilio auf dem Segway

 


Jonas

 

E-Mail vom 24.11.2007

Hi,


wir haben gerade ein paar Tage frei, denn gestern war Thanksgiving! Es war wirklich interessant  diesen Brauch kennen zu lernen und ihn selbst mit zu erleben. Ich hatte naemlich keinen blassen Schimmer wie und warum Thanksgiving gefeiert wird. Wir hatten dieses Jahr ein "kleines" Fest, das heisst, dass dieses Jahr leider nicht wie gewoehnlich die ganze Familie zusammengekommen ist. Das ist uebrigens der Grund warum Amerikaner Thanksgiving und Weihnachten lieben, die ganze Familie kommt zusammen... und es gibt gutes Essen :-) Also haben wir nur zu viert gefeiert, trotz allem gab es reichlich zu essen!
Und ja... es sieht wirklich aus wie im Hollywood Film. Unser Festmahl bestand aus einem riesiger Truthahn (wir haben immer noch Reste obwohl wir heute Turkey Pie gegessen haben), selbst gemachte Broetchen, Kartoffelbrei und suesse Kartoffeln eingelegt in Orangensaft. Sehr lecker!!

Jonas

E-Mail vom 24.09.2007: Grüße aus Texas

Hi,

wie sich mal wieder gezeigt hat laeuft im Leben eben doch nicht alles nach Plan...
Duilio, mein Gastbruder aus Italien, und Dennis, mein Gastvater, hatten zwei so verschiedene Persoenlichkeiten und kamen einfach nicht miteinander aus... Sie stritten sehr haeufig!


Schliesslich setzten sie meinen "kleinen Bruder" vor die Tuer. Dies war sehr bitter, da es in Texas keine einzige Gastfamilie gibt und Duilio gerne in Elgin bleiben moechte. Also nahmen wir die Sache selbst in die Hand und suchten unter unseren Freunden nach einer Familie, die ihn aufnehmen wuerde. Und wir waren erstaunlicherweise erfolgreich!! Duilio wohnt jetzt bei unserem gemeinsamen Freund Seth, ich sehe ihn jeden Tag in der Schule (wir sind in der selben Englischklasse) und er scheint sehr gluecklich zu sein.
Wie gesagt, gibt es in Texas keine Gastfamilien, also gab es prompt einen neuen Bruder, Sebastian aus Equador. Er verbrachte seine Zeit bis jetzt in einer Welcome-Familie und ist sehr erleichtert jetzt einen festen Platz in einer  richtigen Familie fuer das ganze Jahr zu haben.


Ansonsten geht's mir perfekt!! Ich unternehme viel mit meinen Freunden und habe viel Spass... kurz gesagt ich geniesse meine Zeit! Dieses Wochenende hat die Schule zum ersten mal Noten nach Hause geschickt und sie waren erstaunlich gut, hab nur eine B und der Rest A's!!

 

Bis zur naechsten Mail (hoffe, dass ich dann ein bisschen mehr Zeit habe),

Jonas

E-Mail vom 03.09.2007: Gruesse aus dem sonnigen Texas

Hi,

Erst mal viele Gruesse aus dem sonnigen Texas!!
Habe mich hier schon richtig eingelebt und an das extrem heisse Wetter gewoehnt. Wenn man hier die Tuer raus geht kommt einem eine richtige Hitzewelle entgegen und man moechte am Liebsten wieder schnell in das (meiner Meinung manchmal zu stark) klimatisierte Haus :-)


Mit der Verstaendigung klappt es immer besser. Anfangs musste ich mich an den texanischen Akzent gewoehnen, aber das geht jetzt schon, nur wenn die Teenager hier Slang sprechen verstehe ich kein Wort (ist etwas z.B. sehr gut, dann ist es "bad" und als Auslaender ist man dann erst mal voellig verwirrt).
Es gibt tausende neue Eindruecke und so krasse Unterschiede, ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll zu erzaehlen.


Als ich nach einer langen Reise ankam, dachte ich nur: "Alles wie im Film!"
Gerade endlose Strassen mitten durch die Pampa, jedes zweite Auto ein Pickup, fastfood (aber nicht nur McDonald und Burger King, hier gibt's leckere Dinge wie whataburger, jackinthebox...), riesige Wolkenkratzer in Austin und Houston, ...
Hier ist jeder noch so kleine Einkauf im Walmarkt oder h.e.b. ein kleines Abenteuer bei dem man immer neue Dinge entdeckt, z.B. Waffen in jedem Geschaeft (dass Amerikaner verrueckt nach Waffen sind, ist definitiv wahr).


Der Begriff "melting pot" ist sehr passend, hier gibt es Menschen aus aller Welt, was sich vor allem im Essen wiederspiegelt. Seit meiner Ankunft hab ich chinesisches, japanisches, mexikanisches, italienisches, vietnamesisches, franzoesisches und natuerlich amerikanisches gegessen. Die geraeucherte Wurst, die hier in Elgin hergestellt wird, hab ich auch schon probiert und sie ist sehr lecker.


Die Schule hat vor einer Woche angefangen, hier findet man viele nette Leute, die einem staendig mit Fragen loechern. In der Schule ist es sehr leicht Freunde zu finden, da die Menschen hier sehr offen sind und viel Geduld haben, wenn ich mal etwas nicht verstehe. Das Schulsystem ist komplett anders als in Deutschland. die Faecherauswahl ist riesig z.B. gibt es Theater, Auto reparieren, viele verschiedene Sportarten, marketing yourself, Gesundheit, Psychologie, Journalismus, webdesign...


Und hier haben die Lehrer ihre eigenen Klassenraeume und aufgrund der vielen Faecher ist man staendig mit anderen Leuten zusammen. Zu Mittag isst man in der Schule, habe mir angewoehnt mein eigenes Essen mitzubringen, weil das von der Schule einfach schrecklich schmeckt.


Haette es nicht gestuermt (wenn es hier mal regnet ist es ein heftiges Gewitter), haette ich vorgestern zum ersten Mal ein Footballspiel gesehen und vielleicht endlich die Regel gelernt, naja beim naechsten Mal. Das einzige Problem hier sind die Namen, tausend neue Bekanntschaften und Namen aus aller Welt fuehren dazu, dass ich staendig nachfragen muss. Um meine Familie und Freunde zu vermissen bleibt mir gar keine Zeit, da ich immer etwas zu tun habe. Aber ich glaube, ich habe noch nicht ansatzweise alles entdeckt und (kennen)gelernt und es wird mir hier wohl nie langweilig werden.

 

Liebe Grueße


Jonas

E-Mail vom 22.10.2007: Grüße aus Texas

Hi,

 

Es ist schon wieder so viel Zeit vergangen und viel passiert...
Mit Sebastien verstehe ich mich prima und wir unternehmen viel gemeinsam, sind eben wie richtige Brüder. Mir geht's richtig gut. Lerne immer noch jeden Tag was neues über Amerika und Texas und bin froh hierher gekommen zu sein (nochmals vielen Dank).
Ich kann an mir selbst beobachten, wie ich Stück für Stück zum "Amerikaner" werde. Fieber jetzt bei jedem Footballspiel mit und habe auch schon ein Rodeo gesehen, wirklich beeindruckend wie schnell sogar kleine Jungen ein Kalb komplett verschnüren können. All diese Eventes sind sehr interessant und man trifft viele Freunde und lernt neue Leute kennen.

 

Die Fragen über Deutschland lassen etwas nach. Ich bin nicht sicher warum, vielleicht ist ihr Wissensdurst ansatzweise gestillt oder meine Freunde sehen mich einfach schon als Amerikaner. Aber immer, wenn ich jemanden neuen treffe, gibt es viele Dinge zu erklären, zu erzählen und Voruteile zu beseitigen. Auch wenn ich hundertmal das selbe erkläre, ist es immer wieder interessant zu hören was andere Kulturen über uns denken.

 

Dieses Wochenende habe ich bei Jake, einem sehr guten Feund verbracht. Seine Familie ist sehr texanisch, d.h. er lebt abgeschieden mit vielen Kühen auf dem Land. Wenn ich meine Zeit mit ihm verbringe,  lerne ich immer wieder viel neues über die amerikanische Kultur.

 

Jonas


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