Elke Ferner - PPP-Stipendiatin 2003-2004
Gianna Irmisch
Gianna Irmisch startete am 6. August 2003 in die USA. Hier können Sie Ihre Erfahrungen, die sie per Email aus den USA nach Saarbrücken geschickt hat nachlesen.
Hey!
Jetzt sind die letzten 4 Wochen meines Aufenthaltes in Park Falls angebrochen und heute hat Park Falls Sommerferien gekriegt. Wenn ich ehrlich bin, habe ich wirklich Schwierigkeiten, mich mit dem Gedanken anzufreunden, nochmal nach Deutschland zurueckzukommen! Es tut wirklich weh, meine Freunde, die mir so nah geworden sind wie meine Freunde zu Hause, zurueckzulassen, nicht wisssend, wann ich sie endlich wiedersehen kann.
Es ist seltsam, wenn ich an die einzelnen Stationen in meinem Jahr zurueckdenke, habe ich meine Erfahrungen immer mit den anderen Austauschschuelern geteilt. Am Anfang waren wir alle der Meinung, dass es schwierig ist, sich an die ganz anderen Sitten der Gastfamilien anzupassen, dann bei Weihnachten waren wir alle traurig, dass wir noch keine richtigen Freunde gefunden hatten und danach gab es schon geteilte Meinungen anfang dieses Jahres, manche hatten Freunde gefunden, andere blieben immer nur bei den anderen Austauschschuelern ihrer Schulen, aber da war trotzdem immer eine Verbindung mit den Menschen aus aller Welt, die die gleichen oder aehnliche Erfahrungen machten und durch die gleichen Prozesse gingen, durch die ich auch ging. Und nun, bei dem letzten Orientation Camp musste ich feststellen, dass ich so ziemlich die einzige war, die noch nicht Heim wollte. Nicht dass ich mich nicht freue, meine Familie und Freunde wiederzusehen, ich freue mich darauf natuerlich, aber hier ist einfach so viel, das ich zuruecklasse, das mir so viel bedeutet, dass es wirklich weh tut, wegzugehen ohne zu wissen, wann ich diese Menschen wiedersehen werde, manche vielleicht nie wieder.
AFS hat uns gewarnt, dass unser Jahr sich wie ein Traum anfuehlen wird, wenn wir in unserer alten Umgebung sind und das macht mir Angst. Ich will nicht, dass es sich wie ein Traum anfuehlt! Ich habe hier so viele wichtige Menschen in meinem Leben getroffen, meinen Freund, eine meiner besten Freundinnen und ich wuerde dieses Jahr um nichts in der Welt eintauschen! Auch wenn ich den Teil des Abschieds lieber ueberspringen moechte... Aber dieses Jahr hat mir gezeigt, dass ich definitiv hier studieren moechte...vielleicht nicht in Nord Wisconsin, wo die Winter absolut toedlich fuer Nordeuropaer sind, aber in Amerika, vielleicht Chicago oder Milwaukee.
Im Nachhinein, auch wenn ich mich immer beschwert habe ueber die "am Ende der Welt-Lage" von Park Falls, denke ich schon, dass es interessant war, mal in so einem Nest gewohnt zu haben ohne oeffentliche Transportmittel und 2 Stunden zum naechsten groesseren Einkaufscenter. Da lernte ich Saarbruecken doch richtig schaetzen! ;-0 Die Natur ist ausserdem absolut unglaublich hier oben, ich habe 2 schwarze Baeren direkt vor unserem Auto ueber die Strasse rennen sehen, habe Adler gesehen, so viele Rehe wie in meinem ganzen Leben zusammen und eine Vogelspinne, aber zum Glueck nur in nem Kaefig bei meiner Gastschwester im Zimmer.
Dieses Jahr hat mich sehr veraendert und ich weiss noch nicht, wie diese Veraenderung zu Hause aufgenommen wird, doch ich moechte auch die Veraenderung nicht hergeben. Mein Selbstbewusstsein ist gewachsen und die Art, wie ich mit fremdem Menschen umgehe. Ich glaube, ich bin offener und toleranter geworden, aber was noch alles werde ich wahrscheinlich zu Hause genug zu hoeren kriegen. "Sie benutzt gar keine Messer mehr und schneidet alles mit ihrer Gabel!" Ne, mit Messer und Gabel kann ich noch essen, aber ich bin sicher, ich hab das ein oder andere uebernommen, besonders Sprache. Mensch, ich werde es vermissen, englisch zu sprechen. Meine Eltern werden in den ersten Wochen wahrscheinlich ein lange Telefonrechnung kriegen...;-)
Das ist wahrscheinlich die letzte Email, die ich von hier schreiben kann, da der PC meiner Gasteltern kaputt ist, aber ich moechte noch schnell von meiner Graduation erzaehlen bevor ich mich in die Sommerferien stuerze. Also, Graduation ist die Abschlusszeremonie fuer die Abschlussklasse und einer der Austauschschueler muss jedes Jahr eine kleine Rede halten und dieses Jahr musste ich das machen. Es war schon eine Ehre, aber ich war fuerchterlich aufgeregt, eine Rede auf englisch zu halten, aber es hat gut geklappt und wir haben alle unsere Diplome gekriegt und dann uebers ganze Wochenende waren dann Parties in ganz Park Falls. Es war sehr schoen, auch dadurch, dass ich viel positive Rueckmeldung gekriegt habe ueber meinen Aufenthalt und Schueler kamen zu mir und erzaehlten mir, dass sie so viel davon hatten, dass ich da war fuer ein Jahr und dass sie mich vermissen wuerden. Also, ja, es war ein bewegendes Wochenende und ich werde Park Falls vermissen.
Also, fuer alle Schueler, die darueber nachdenken, ein Austauschjahr zu absolvieren, macht es! Es ist eine der groessten und wertvollsten Erfahrungen, die ihr in eurem Leben jemals machen koennt! Ich bereue rein gar nichts und werde dieses Jahr nie nie nie vergessen!
Gianna
Hallo!
Jetzt habe ich nur noch weniger als 2 Monate uebrig und ich bin hin und hergerissen, ob ich mich freuen oder traurig sein soll. Auf der einen Seite freue ich mich schon auf zu Hause je naeher es rueckt, aber gerade jetzt, wo alles mehr locker ist in der Schule und ich so viele Freunde gefunden habe, faellt es mir schon schwer, das alles zuruecklassen zu muessen. Und dass ich morgens nicht mehr aufwachen und den See direkt im Garten sehen kann, kann ich mir gar nicht vorstellen.
Am Samstag war der beruehmte Schulball "Prom", den glaube ich jede High School in Amerika hat. Die Schueler haben schon im Januar angefangen, darueber zu sprechen, das ist hier eine ganz grosse Sache. Ich weiss nicht so ganz genau. Es war zwar schoen, mit meinen Freunden und meinem "Promdate" vorher essen zu gehen in Ballkleidern und anschliessend bowlen und dann zu dem eigentlichen Ball in der Schule, aber sooo toll war es auch nicht. Fuer ein kleines Nest wir Park Falls war das halt schon was besonderes, nehme ich an, endlich mal was los...
In zwei Wochen ist das Vorabreise Orientations Camp und am 28. Juni verlassen wir dann alle wieder unsere Gastfamilien (und das einen Tag nach meinem Geburtstag!) und werden irgendwohin von dem amerikanischen AFS entfuehrt. Wohin weiss keiner. Dort, an diesem geheimen Ort werden wir dann unsere letzte Orientation haben und dann geht es fuer die AFSer nach Hause. Die Stipendiaten verbringen noch 4 Tage in Washington DC bis es dann am 2. Juni wieder nach Hause geht.
Vor einigen Wochen war ich zum ersten Mal in Chicago, mit einer der AFS-Stipendiaten-Gruppe, und ich war ziemlich hingerissen, muss ich sagen. Die Hochhaeuser sind sehr eindrucksvoll und die Strassen von Chicago sehen einfach genauso aus wie in den Filmen. Wenn mir die Blues Brothers ueber den Weg gelaufen waeren, haette ich mich nicht gewundert. Wir haben uns eine Gospelshow angesehen und sind auf das John Hancock Building geklettert (wo wir dann gleich Oesterreichern ueber den Weg gelaufen sind) und haben eine Wohnung in einem der aermsten Viertel Chicagos fuer eine Familie gestrichen. Es war ein wirklich sehr abwechslungsreicher und interessanter Ausflug, der mir im Nachhinein viel zu kurz vorkam.
Wir arbeiten hier in der Schule im Moment fleissig an unserer "Kreative Kunst"-Zeitschrift. Die soll noch vor dem Jahrbuch rauskommen und enthaelt Gedichte, Kurzgeschichten und Kunstbilder von den Schuelern der Schule.
Meine Gastmutter ist dabei, Einladungen fuer die "Graduation-Party" zu verschicken, wenn meine Gastschwester und ich unseren High School-Abschluss feiern. Das ist am 29. Mai und danach muessen wir nicht mehr zur Schule gehen. Dann habe ich noch einen Monat Ferien bis ich wieder nach Hause komme.
Der Schnee ist mittlerweile weggeschmolzen und man kann den See wieder sehen. Das Wetter ist noch etwas frisch, aber es scheint die Sonne und da will ich mich mal nicht beklagen. Ich bin nur froh, dass der Sommer in sichtlichem Anmarsch ist nach dem langen Winter. Ich glaube, ich war noch nie so froh, dass es endlich Fruehling ist! Ich wuensche allen noch einen schoenen Fruehling und ich melde mich wieder kurz vor meiner Abreise.
Gianna
allo! Es geht immer schneller und schneller. Und dass mich alle in letzter Zeit fragen, wann es wieder nach Hause geht, macht es auch nicht einfacher! Ich kann einfach nicht glauben, dass es nur noch 3 1/2 Monate sind. Am Anfang kamen mir 3 Monate so unendlich lange vor und nachdem ich drei Monata hier war, war ich schon maechtig stolz. Aber nach 7 Monaten merke ich erst, wie kurz 3 Monate sind und wie schnell auch die 7 Monate im Grunde vergangen sind. Natuerlich moechte ich auf der einen Seite meine Freunde und Familie wiedersehen, aber ich habe jetzt auch Freunde hier, die ich wahrscheinlich fuer eine sehr sehr lange Zeit nicht sehen werde, wenn ueberhaupt jemals wieder, und das macht mich schon irgendwie traurig. Ich sage mir einfach jeden Tag, dass ich jede einzelne Sekunde geniessen muss, aber da Schule nicht immer so prickelnd ist, faellt mir das schon manchmal schwer. Anfang Maerz hatten alle AFS-Austauschschueler eine besondere Gelegenheit. Fuer 4 Tage durften wir bei einer anderen amerikanischen Familie einziehen, die bei Milwaukee und manche sogar in Milwaukee wohnt. ES war eine sehr schoene Erfahrung, mal eine andere Art von amerikanischem Familienleben kennenzulernen und leider habe ich mich mit meiner Familie so gut verstanden, dass ich die 4 Tage viel zu kurz fand. Allerdings haben sie mich eingeladen, sie im Sommer besuchen zu kommen. ich hatte eine Gastschwester in der Abschlussklasse, mit der ich mich prima verastanden habe und 2 sehr nette Gasteltern. Ich fuehle mich hier zwar auch wohl in Park Falls mit meiner Familie und so, alleridngs war es schon toll, in einer groesseren Stadt zu wohnen, wo man einfach mal eine neue Hose einkaufen gehen kann, ohne dafuer 200 km fahren zu muessen. ich konnte in der ersten Nacht sogar gar nicht richtig schlafen, da das bisschen Verkehr mich wach gehalten hat. Schon komisch, es war wahrscheinlich nicht einmal annaehernd so laut wie in Saarbruecken, aber ich hab mich einfach nur so an die Stille gewoehnt in Park Falls. Eine neue Bekanntschaft durfte ich auch machen per E-Mail, die neue PPPlerin Samira hat mir geschrieben und eine Menge Fragen gehabt, die ich so gut nachvollziehen konnte, da ich mindestens genauso im Dunkeln stand bevor es losging und fuerchterlich aufgeregt war. Ich schicke hier einige Bilder mit, das eine ist meine Milwaukee-Gastfamilie mit mir, das andere Mal stehe ich im Schnee vor meiner Schule (der Schnee will hier einfach nicht weggehen!) und das letzte ist meine "Kreatives Schreiben"-Klasse, die ich im ersten Semester geniessen durfte. Viele Gruesse. Gianna
Hallo!
Ich habe gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit vergangen ist in dem ganzen Weihnachtstrubel! Ich kann gar nicht glauben, dass ich jetzt schon fast die Haelfte meines Austauschjahres hinter mir habe! Es kommt mir vor, als waere ich nur 2 Monate hier, obwohl ich mich doch schon viel viel mehr eingelebt habe als nach 2 Monaten. Mit meiner Familie habe ich jetzt eine Art Gleichgewicht gefunden, nachdem wir durch Hoehen und Tiefen gegangen sind. Vor einigen Tagen dachte ich noch, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, an dem ich mich hier richtig zu Hause fuehle. Natuerlich vermisse ich mein wirkliches zu Hause Saarbruecken auch ab und zu, vor allem, weil man eine Art Ideal-Vorstellung von einem Ort bekommt, wenn man lange Zeit nicht dort gewesen ist, aber die Berichte meiner Freunde und Eltern bringen mir dann doch die Wirklichkeit wieder etwas naeher. Beide Orte haben ihre guten und ihre schlechten Seiten und da ich im Moment sowieso nichts dran aendern kann, geniesse ich einfach die guten Seiten hier!
Weihnachten zum Beispiel war ueberraschenderweise eine der guten Seiten, die ich hier erlebt habe. Ich hatte erwartet, wohl auch wegen all der Warnungen von ehemaligen Austauschschuelern, dass ich an Weihnachten besonders Heimweh haben wuerde, aber meine Familie hat sich so viel Muehe gegeben, mir die Zeit schoen zu machen, dass nur ein kleines bisschen Heimweh aufkam und das ist ja nicht schlimm, ohne waers ja auch seltsam. Ich glaube, fuer meine Eltern wars da schlimmer ;-)
Ich spiele immernoch fleissig Basketball, was, je mehr man in Form kommt, auch immer mehr Spass macht. Ohne die Kondition, die wir uns jetzt erkaempft haben, war Basketball-Training einfach nur eine unglaublich erschoepfende Qual. Aber ich bin doch froh, dass ich nicht aufgegeben habe, wenn ich nur an all das Essen denke, das ich hier esse....durch Basketball bin ich glaube ich der erste Austauschschueler, der schon 7 kg abgenommen hat ;-) Ohne Basketball haette ich wahrscheinlich mindestens das doppelte zugenommen! So, jetzt wisst ihr ueber mein Gewicht Bescheid ;-)
Mit der Sprache klappt es auch immer besser. Als ich ankam, hat mich meine Gastfamilie immer damit gestichelt, dass ich einen so britischen Akzent haette, weil es ja das war, was ich in der Schule gelernt hatte, und gestern hat mir meine Gastmutter eroeffnet, dass der britische Akzent ein fuer alle mal verschwunden sei. Ich selber merke das zwar nicht, aber ich merke schon, dass ich so einiges leichter und schneller sprechen kann, ohne sonderlich viel ueberlegen zu muessen. Ich fange sogar schon an, nach deutschen Woertern suchen zu muessen....O je, das halbe Jahr hats schon in sich!
In der Schule klappts weiterhin gut, allerdings waehle ich im 2. Semester einige schwierigere Klassen, damit ich nochmal auf den deutschen Bildungsstandard getrimmt werde.
Man glaubt gar nicht, wie viele Bekannte man in einem kleinen Ort wie Park Falls mit nur 2792 Einwohnern so machen kann. Kuerzlich habe ich als eine AFS-Aktivitaet (wir haben jeden Monat eine bestimmte Aktivitaet auszufuehren von der Organisation aus) in einem Second-Hand-Shop gearbeitet, dessen gesamte Erloese an das lokale Krankenhaus gehen, und dort habe ich doch tatsaechlich eine Frau getroffen, die ganz aus der Naehe von Saarbruecken kam, bevor sie vor 50 nach Park Falls gekommen ist. Deutsch spricht sie immer noch sehr gut und es war schon sehr interessant, mit ihr ueber ihre Erfahrungen zu sprechen. Die Welt ist klein!
Ich habe auch eine weitere Presentation gehalten, in einer Erdkunde-Klasse, eine volle Stunde ueber das Saarland und auch allgemein ueber Deutschland und ein bisschen ueber Europa und die EU. Ich denke, dass ich den Schuelern Deutschland ein wenig naeher bringen konnte...naja, das hoffe ich zumindest...aber da viele Fragen von Schuelern kamen waehrend der Stunde und auch ausserhalb des Unterrichts, denke ich schon, dass ich ihr Interesse wecken konnte und sie nicht ganz zu Tode galangweilt habe ;-) Einige seltsame Fragen waren allerdings auch darunter, ausgerechnet von dem Erdkunde-Lehrer, der wissen wollte, warum die Deutschen denn dei Amerikaner hassen. Ich habe zuerst gar nicht verstanden, was er damit meinte, aber dann hat er erklaert, dass er den amerikanischen Nachrichten "entnommen" haette, dass die Deutschen die Amerikaner hassen, weil sie ja nicht mit ihnen in den Krieg gezogen sind! Ich hab ihn angeguckt wie die Kuh wenns blitzt und hab versucht ihm zu erklaeren, dass das doch noch lange nicht heisst, dass die Deutschen die Amerikaner hassen, wenn die deutsche Regierung sich gluecklicherweise aus dem Krieg gehalten hat. Irgendwie wollte ers aber trotzdem nicht akzeptieren und hat mich ausgequetscht, wie ich ueber den Krieg denke, was ihn dann natuerlich noch feindseliger gemacht hatte. Naja, irgendwann hat er dann wohl aufgegeben den Mund gehalten zum Glueck. Einige meiner Freunde aus der Klasse, in der ich den Vortrag gehalten hatte, sind nach der Stunde sogar zu mir gekommen und haben mir gesagt, dass sie sich nur gewuenscht haetten, er wuerde mich endlich damit in Ruhe lassen. Das war also eine der eher weniger positiven Erfahrungen, aber gewappnet bin ich jetzt, man weiss nie, welche doofe Frage als naechstes gestellt wird! So, das waren meine Erfahrungen im November und Dezember, ich wuensche allen noch einen guten Rutsch und ein tolles 2004!
Viele Gruesse,
Gianna (mit dem neuen amerikanischen Spitznamen Gigi ;-)
PS: Vielen Dank fuer die Weihnachtsgruesse, Frau Ferner, meine Familie hat sich auch sehr gefreut!
Hallo!
Jetzt habe ich das zweite Orientierungscamp des AFS auch schon hinter mir. Die Zeit vergeht wirklich wie im Flug! Freundlicherweise wurde uns dort dann auch mitgeteilt, dass die zweite Haelfte noch schneller gehen wuerde, aber ich will doch noch gar nicht!
Gerade faengt es an, dass Freundschaften sich vertiefen und das mit der Sprache immer einfacher klappt. ich fuehle mich schon richtig zu Hause hier, auch wenn ich mir mein Zuhause etwas groesser wuenschen wuerde, mit einem Bus vielleicht, der einen irgendwohin bringen kann, sodass ich nicht immer auf Freunde mit Autos oder meine Gasteltern angewiesen bin.
Im Moment freue ich mcih unheimlich auf das Ende der Basketball-Saison, nur noch drei Wochen, da ich endlich mal wieder etwas Zeit nach der Schule haben moechte, um endlcih mal Freunde zu treffen. Basketball zu spielen ist zwar schoen und gut, aber es wird doch eine sehr sehr lange Saison.
Ich moechte gerne an dem Musical-Projekt unserer Schule teilnehmen, es wird "The sound of music" gespielt und Ende Maerz aufgefuehrt. Und ich habe mich ebenfalls entschieden, Karate zu machen, nicht als Schulsport, saodass ich nicht jeden Tag Training habe, aber immerhin drei mal pro Woche, damit ich nicht ganz aus der Kondition komme.
Heute war der letzte Tag des ersten Halbjahres und morgen beginnt dann das neue Semester, in dem ich Chemie, amerikanische Geschichte und Sport haben werde anstelle von Smart Cooking und Creative Writing, leider. Eigentlich haette das neue Semester heute schon angefangen, aber da wir letzte Woche Donnerstag "kaeltefrei" hatte, weil es -40Grad draussen waren, mussten die Examen vom Ende des Semesters heute nachgeholt werden.
Es ist schon schrecklich kalt hier, durchschnittlich -20 Grad C, aber man gewoehnt sich dran. Und eine gute Seite hat der ganze Schnee und das eisige Wetter ja, man kann Ski fahren gehen, was ich gestern mit einer Jugendgruppe einer der Kirchen von Park Falls gemacht habe.
Bei dem letzten Orientation Camp war das Thema Familie und Freunde. Wir haben ueber die unterschiedlichen Erfahrungen der einzelnen Austasuchschueler gesprochen, was sehr interessant war, da wir alle es auf seltsame Weise aehnlcih erlebt haben, naemlcih, dass es sehr lange gedauert hat, richtige Freunde zu finden, wenn man sie denn schon gefunden hat. Es wird haeufig von den Schuelern so angesehen, hat man uns erzaehlt, dass die Austauschschueler sowieso nur fuer ein Jahr bleiben und sich eine Freundschaft nicht lohnt. Aber zum Glueck denken nicht alle so!
So, das wars fuer den Januar! Ich wuensche noch einen schoenen Januar und wenigstens noch etwas Schnee!
Viele Gruesse Gianna
Hallo!
Jetzt bin ich schon ueber 2 Monate hier und mir geht es immernoch sehr gut, eigentlich kein Heimweh, natuerlich vermisse ich meine Freunde und Familie, aber das ist dank regem E-Mail-Kontakt und viel Arbeit und Beschaeftigung hier nicht so schlimm. Ich spiele immernoch Volleyball, aber die Saison endet schon im November und dann muss ich mich entscheiden, ob ich Basketball oder Karate im Winter machen will, aber irgendeine Sportart moechte ich schon machen. Es ist zwar sehe anstrengend, jeden Tag 3 1/2 Stunden Training, aber macht auch viel Spass. In der Schule machen mir die meisten Faecher ziemlich Spass und ich gehe eigentlich gerne hin, vor allem, weil ich dort meine Freunde sehen kann, die ich nun auch schon ausserhalb des Volleyball-Teams gefunden habe.
An der Park Falls High School sind noch zwei andere Austauschschuelerinnen ausser mir, ein Maedchen aus Thailand und eines aus Japan, mit denen zusammen ich auch schon einen Vortrag ueber unsere jeweiligen Laender vor einigen pensionierten Lehrern aus der Umgebung gehalten habe. Mitte November sollen alle PPP-Stipendiaten auch eine Presentation ihres Landes in Hinsicht auf Geschichte, aktuelle Streitfragen/ Herausforderungen und Allgemeines machen in entweder einer Geschichts- oder Sozialkunde-Klasse.
Ich werde hier taeglich ueberschwemmt mit interessanten Erfahrungen und diese konnte ich Ende November auch mit anderen Austauschschuelern aus aller Welt teilen, denn dann war unser erstes "Orientierungs-Camp", wo wir ueber den Kulturschock, der sich bei mir gluecklicherweise noch nicht blicken gelassen hat, und andere Probleme, die wir hier vielleicht schon gehabt haben, gesprochen haben. Das war eigentlich ein sehr interessantes Wochenende, vor allem, weil man einfach seine Erfahrungen austauschen konnte und ( auch wenn wir es eigentlich nicht sollten ;-) ) ein bisschen deutsch sprechen. Das war etwas seltsam, denn schon jetzt haben die meisten englische Woerter in ihre Saetze gemischt und ich moechte nicht wissen, wie es am Ende des Jahres sein wird! Ich geniesse auf jeden Fall noch die herbstliche Waerme und Landschaft bevor es in wenigen Monaten -30 Grad Celsius werden ( brrrr, mir wird schon kalt wenn ich nur dran denke! ). Es hat zwar in der ersten Oktoberwoche schon etwas geschneit und ich hab schon befuerchtet, es wird nur noch kaelter, ist aber zum Glueck wieder aufgewaermt.
Viele viele Gruesse und bis bald,
Gianna
Hallo!
Jetzt bin ich schon fast drei Wochen hier und das Heimweh hat gluecklicherweise noch nicht eingesetzt. Dafuer bin ich viel zu beschaeftigt und hab viel zu viel Spass! Ich habe letzte Woche zusammen mit meiner Schwester Cammie Volleyball-Training angefangen und das ist wirklich richtig anstrengend. Ich kann nicht sagen, dass ich vorher keinen Sport getrieben hab, aber das hat mich in der ersten Woche richtig fertig gemacht, diese Woche ist es schon viel besser. Morgens um acht faengt Kondiotionstraining an mit Jogging, Treppen hoch und runter rennen, Seil springen, Kaesten huepfen, Sprints, Huegel hoch und runter rennen und Sit ups in allen moeglichen Variationen. Das geht etwa bis 10. Zu Hause muessen meine Schwester und ich erst mal ausspannen. Dann um 14 Uhr gehts weiter mit richtigem Volleyball-Training bis 16 Uhr. Das macht dann richtig Spass! Gestern hatten wir schon unser erstes Spiel, obwohl die Schule erst am 2.September anfaengt. Die Maedels im Team sind echt total lieb und ich glaube nicht, dass es mir schwer fallen wird, Freunde zu finden, die sind hier alle sehr offen und so langsam fange ich sogar an diesen grauenhaft schnellen Slang zu verstehen, den vor allem die Kids hier sehr gerne verwenden. An den Wochenenden macht meine Familie manchmal Ausfluege, am Sonntag waren wir in Minoqua, einer etwas groesseren Stadt, oder wir laden Freunde zum Barbecue, sehr beliebt hier, ein. Ich hab mich wirklich schnell eingelebt und hoffe, dass der Kulturschock auch noch weiterhin auf sich warten laesst!
Glueckliche Gruesse
Gianna
Hallo!
So, da bin ich also, nach acht Stunden Flug, sieben Stunden Busfahrt und 3 1/2 Stunden Autofahrt. Na gut, das hab ich jetzt auch ueberwunden, immerhin ist heute schon der 6. Tag in meiner Gastfamilie und ich fuehl mich einfach super. Es kommt mir so vor, als waere ich schon drei Monate hier, so wohl fuehl ich mich! Meine Gasteltern sind wirklich wahnsinnig nett und meine Gastschwester ist schon fleissig dabei, mich allen ihren Freunden vorzustellen, also die tun wirklich alles, dass es mir gut geht. Und das tut es!
Es ist alles so unglaublich hier, so viele Tiere ( ich hab gestern eine kleine Radtour um den See, an dem ich wohne ( und auf den ich direkt aus meinem Zimmer schauen kann ), gemacht und gleich 5 Rehe am Strassenrand gesehen und ein Kolibri waere mir beinahe an den Kopf geflogen ) und die Natur ist wunderschoen. Also die Stadt vermiss ich wirklich nicht. Na gut, alles ist etwas weit weg und man muss ueberall hin fahren, aber dafuer ist es richtig schoen. Mit dem Englisch klappts auch super, natuerlich, manchmal muss ich nachfragen ( ohne das waers auch langweilig ;-), aber im grossen und ganzen laeufts prima. An das ganze Fast Food muss ich mich auch noch gewoehnen...aber ich fuerchte, ich muss... "Welcome to America!", sagte meine Gastmutter lachend ,als mein Gastvater, der mich mit meiner Gastschwester aus dem "Orientation Camp" abgeholt hat, ihr erzaehlte, dass wir auf der Fahrt im Burger King gehalten haben.
Naja, das stimmt wirklich, wo man hinschaut, sogar hier im tiefsten Norden!
So, das waers fuers erste, ich hab heut noch viel vor...
Gruesse
Gianna
Hallo!
Gute Nachrichten aus den USA: Ich habe jetzt eine permanente Gastfamilie, bei der ich das ganze Jahr über bleiben kann! Clark heißt die Familie und hat drei Kinder, von denen aber nur noch eines zu Hause lebt. Das heißt, ich hab jetzt eine große Schwester, Cammie heißt sie und ist 17. Sie hat mir auch schon eine eMail geschrieben, nachdem ich sie angerufen habe. So, das wars fürs erste.
Bis zur nächsten Neuigkeit,
Gianna
Hallo!
Endlich! Ich hab meine Familie! Es ist zwar wahrscheinlich nur eine Übergangsfamilie, die mich aufnimmt bis eine richtige Familie für mich gefunden is, aber das ist egal, vielleicht nehmen sie mich auch doch ganz, wenn sie mich erst mal kennengelernt haben. Die Familie wohnt in Wisconsin, genauer gesagt in Butternut, einem Ort mit 400 Einwohnern. Sie haben ein kleines einsames Haus direkt an einem See und wohnen 5 Meilen von Butternut entfernt. Sie haben drei Kinder, ein Mädchen, das 15 ist, und zwei Jungs, einer 12 und einer 7. Das ist echt so super! Ich hab mir immer schon kleine Brüder gewünscht und eine gleichaltrige Schwester! Ich habe gestern mit meinem Gastvater Brian telfoniert und ihn richtig gut verstanden und er war soooo lieb! Er hat mir dann ein bisschen von ihnen und ihrer Umgebung erzählt. und meine Schule wird im Nachbarort sein. So, das wars erstmal, ich muss mich jetzt noch ein bisschen weiterfreuen ehe es wieder abebbt!
Viele gaaaaanz glücklich Grüße
Gianna